Ein grosser Teil der mobilen Internetnutzer greift täglich auf ortsbezogene Informationen zurück, etwa für Routenplanung, Fahrpläne oder lokale Suchanfragen. Dennoch nutzen bisher erst wenige Unternehmen eigene standortbezogene Dienste (Location-Based Services, kurz LBS). Dieser Beitrag zeigt, wie LBS funktionieren und in welchen Branchen sie praktische Aufgaben lösen.

Was sind standortbezogene Dienste?

Standortbezogene Dienste (Location-Based Services) sind mobile Anwendungen, die den aktuellen Aufenthaltsort des Geräts einbeziehen, um passende Informationen oder Funktionen bereitzustellen. Meist erfolgt die Ortung per GPS, Mobilfunkzelle oder Bluetooth-Beacons.

Bekannte Alltagsbeispiele sind die Routenführung über Google Maps oder lokale Wettervorhersagen auf dem Smartphone. Dasselbe Prinzip lässt sich auch für betriebliche Abläufe und Kundenangebote nutzen.

Drei Vorteile standortbezogener Dienste

1. Nutzen direkt vor Ort

Da das Smartphone fast immer mitgeführt wird, erreichen ortsbezogene Funktionen Nutzer genau dort, wo eine Information oder Dienstleistung gerade gebraucht wird.

2. Klare Abgrenzung vom Wettbewerb

Im deutschsprachigen Raum setzen bislang vor allem grössere Konzerne auf eigene standortbezogene Apps. Für mittelständische Unternehmen bieten ortsbasierte Funktionen eine gute Möglichkeit, den eigenen Service im Alltag der Kunden zu verankern.

3. Informationen zum passenden Zeitpunkt

Mit LBS lassen sich Hinweise oder Abläufe automatisch auslösen, sobald ein definierter Ort erreicht wird. Lokale Suchanfragen mit Ortsbezug führen besonders häufig direkt zu einem Besuch oder Kaufabschluss.

Wichtig: Zum Schutz der Privatsphäre müssen Nutzer der Standorterfassung auf ihrem Gerät immer ausdrücklich zustimmen.

Einsatzmöglichkeiten nach Branchen

Location-Based Services lassen sich in sehr unterschiedlichen Bereichen einsetzen:

Regionale Betriebe und Gastronomie

Sucht jemand im Umkreis nach einem Dienstleister, lassen sich passende Informationen, Anfahrtswege oder aktuelle Angebote direkt auf dem Smartphone anzeigen. Restaurants oder Geschäfte können Stammkunden über eine eigene App auf Tagesmenüs oder Aktionen in der Nähe hinweisen.

Verkaufsflächen und Ausstellungen

Auf grösseren Verkaufsflächen oder Messen helfen standortbezogene Apps bei der Orientierung vor Ort und blenden an bestimmten Stationen weiterführende Produktdaten oder Videos ein.

Arztpraxen und Dienstleister

Betritt ein Patient das Wartezimmer, kann eine Praxis-App den Check-in übernehmen oder anzeigen, wie viele Personen noch vor ihm an der Reihe sind.

Logistik, Transport und Reisen

Logistikbetriebe erfassen mit standortbasierten Apps den Status von Lieferungen und planen Routen übersichtlicher. Auf Flughäfen oder Bahnhöfen führen solche Systeme Reisende zum richtigen Gate oder Bahnsteig und melden automatisch, sobald das Gepäck am Band bereitliegt – ein Verfahren, das unter anderem die Lufthansa bereits 2016 erprobte.

Wir bei IRTECH entwickeln seit vielen Jahren standortbezogene Systeme, darunter die Tracking-Architektur für grosse internationale Laufveranstaltungen. Weitere technische Details und Praxisbeispiele finden Sie auf unserer Spezialseite für Location-Based Apps.